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2024 neues Feuerwehrhaus bezogen

 

Die Freiwillige Feuerwehr Trandorf ist im österreichischen Kernland Niederösterreich an der Grenze zwischen dem Waldviertel und der Wachau im sogenannten „Spitzer Graben“ beheimatet. Trandorf, am Fuße des Jauerlinges gelegen, gilt als ein "jahrhunderte altes" Bauerndorf, ist doch die Kapelle zum heiligen Ulrich in Trandorf erstmals um 1400 erwähnt, mit seinen rund 300 Bürgerinnen und Bürgern ist heute gemeinsam mit dem Ortsteil Amstall eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Mühldorf in der Wachau.

Ende Juni 2020 begann ein neues, bedeutendes Kapitel in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Trandorf. Nach langer Planung sowie dem Ankauf eines Grundstückes durch die Gemeinde zu einem lukrativen Preis – eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts – konnte mit Mäh- und Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Firmengelände einer Baustoffhandlung begonnen werden.

Schritt für Schritt entstand in den folgenden Jahren mit viel Einsatz, Zusammenhalt und Unterstützung aus der Bevölkerung eine moderne und zeitgemäße Heimstätte für unsere Feuerwehr. Der Neubau brachte vor allem eines: deutlich mehr Platz für Einsatzfahrzeuge, Geräte, Ausbildung und Kameradschaft. Das neue Feuerwehrhaus schafft damit optimale Bedingungen für die Kameraden, die rund um die Uhr für die Sicherheit der Bevölkerung bereitstehen.

Aber nicht nur das, darüber hinaus erfüllt das neue Feuerwehrhaus eine zentrale Rolle als Sicherheitsinsel für die Bevölkerung. Besonders im Falle eines großflächigen Blackouts bietet das Gebäude einen verlässlichen Anlaufpunkt für die Bürgerinnen und Bürger von Trandorf und Amstall. Ausgestattet mit einem leistungsstarken 125-kVA-Notstromaggregat kann der Betrieb des Feuerwehrhauses auch bei längerem Stromausfall uneingeschränkt aufrechterhalten werden. Als sogenannte Lichtinsel bleibt das Objekt beleuchtet, funktionsfähig und erreichbar. Eine technisch modern ausgestattete Großküche ermöglicht im Ernstfall die Versorgung der Bevölkerung. Kommunikationsinfrastruktur, Beleuchtung, Heizung sowie die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr bleiben uneingeschränkt erhalten. Damit wird das Feuerwehrhaus zu einem Ort, an dem die Kameraden nicht nur über Sicherheit sprechen, sondern Sicherheit tatsächlich leben. Es ist ein Raum der Vorsorge, der Hilfe und der Gemeinschaft. In Zeiten zunehmender Herausforderungen gewinnt diese Funktion immer mehr an Bedeutung. Das neue Feuerwehrhaus steht somit nicht nur für Einsatzbereitschaft, sondern auch für Verantwortung und Weitblick gegenüber der gesamten Bevölkerung.

Nach intensiver Planungs- und Bauzeit war es schließlich am 25. Mai 2024 soweit und das neue Feuerwehrhaus wurde feierlich eingeweiht. Die Freude über das gelungene Bauwerk ist nicht nur bei der Feuerwehr, sondern auch bei der Bevölkerung von Trandorf riesengroß. Die neue Heimat der Feuerwehrkameraden, das dem ehemaligen Lagerplatz wieder eine sinnstiftende Aufgabe gegeben hat, ist nicht nur ein funktionales Gebäude, sondern ein Zeichen gelebter Kameradschaft, ehrenamtlichen Engagements und eines starken Miteinanders – heute und für kommende Generationen.

 

Dazu der Bericht im Brandaus Nr. 9/10 2024

28.600 Stunden Gemeinschaftsarbeit

In Trandorf, einem Dorf, das tief in der Tradition der Zusammenarbeit verwurzelt ist, hat die Freiwillige Feuerwehr nicht nur ein neues Feuerwehrhaus errichtet, sondern auch ein beeindruckendes Beispiel für Gemeinschaftsgeist und Eigeninitiative gesetzt. Über 85 der 320 Dorfbewohner, also fast ein Drittel der Bevölkerung, sind Feuerwehrmitglieder, die in beeindruckenden 28.600 freiwilligen Arbeitsstunden ein Feuerwehrhaus der Superlative errichtet haben.

Das Besondere daran: Nahezu alle Bau- und Handwerks arbeiten wurden selbstständig durchgeführt. Von der Verlegung von 700 Quadratmetern Fliesen bis hin zum Setzen des Dachstuhls, von Elektroinstallationen bis hin zu Tischlerarbeiten in der Küche - jede Aufgabe wurde mit Sachverstand und Einsatz der Feuerwehrmitglieder gemeistert. In der malerischen Gemeinde Mühldorf, eingebettet am nördlichen Rand des Spitzer Grabens, befindet sich das kleine Dorf Trandorf, das eine große Leidenschaft für seine Freiwillige Feuerwehr zeigt. Mit einer Einwohnerzahl von rund 320 Personen ist es bemerkenswert, dass 85 dieser Bewohner aktive Mitglieder der Feuerwehr sind. Der Feuerwehrkommandant, OBI Hermann Rambausek, betont die tiefe Verbundenheit der Dorfbewohner mit ihrer Feuerwehr: „Seit der Gründung der Feuerwehr im Jahr 1892 herrscht eine tiefe Verwurzelung mit den Menschen in Trandorf. 

Das zeigt sich nicht nur an der Mitgliederzahl, sondern auch an der Spendenbereitschaft der Bevölkerung.“ Das Feuerwehrhaus selbst hat eine Geschichte, die ebenso von Gemeinschaftsgeist zeugt. Das Gelände, auf dem es errichtet wurde, gehörte zuvor einem Baustoffunternehmen. Nach dessen Auflösung führte Feuerwehrkommandant Rambausek Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern, die zu besonders attraktiven Konditionen an die Gemeinde verkauft haben. Somit war der Bauplatz gesichert. Jetzt musste noch ein Plan für das neue Haus erstellt werden. Auch hier kam die Expertise aus den eigenen Reihen.

Apropos Expertise: Die Mitglieder der FF Trandorf sind wahre Alleskönner, für so gut wie jedes Handwerk findet sich ein Profi in den eigenen Reihen. Vom Fliesenleger über den Installateur zum Maurer und Ingenieur für Bautätigkeiten – die beste Ausgangsvoraussetzung, um die Baukosten im Rahmen zu halten. Was aber auch noch dazugehört: Der Wille der Feuerwehrmitglieder, am Bau des Hauses maßgeblich mitzuwirken. Und dieser Wille war von Anfang an von jedem Mitglied da. Der Erdgeschoßplan zeigt deutlich die Überlegungen bis ins letzte Detail. Das neue Feuerwehrhaus in Trandorf ist nicht nur ein Bauwerk, sondern ein Zeugnis der Hingabe und des Könnens seiner 86 Mitglieder. Ein paar Details: 700 Quadratmeter Fliesen wurden verlegt – ebenfalls in Eigenregie durch Feuerwehrmitglieder, die im Hauptjob als Fliesenleger arbeiten. Genauso auch Elektrik und Installationen. Geheizt wird mit Pellets und in allen Räumen ist eine Fußbodenheizung verbaut. Tischlerarbeiten (z.B. Küche) wurden ebenso von einem Mitglied durchgeführt. Der Dachstuhl wurde von einem Zimmerermeister gemeinsam mit zahlreichen Mitgliedern gesetzt.

Feuerwehrhaus Trandorf

Alle Maurerarbeiten wurden ebenfalls von den fleißigen Trandorfer Mitgliedern durchgeführt. Im Brandaus Gespräch wurde dann die Frage an OBI Rambausek gestellt, ob es eine Tätigkeit gab, die nicht von den Mitgliedern erledigt wurde. Seine Antwort nach langem Überlegen: „Nicht, dass ich wüsste. Wir haben tatsächlich alles selbst gemacht.“

Unterstützung kam auch von benachbarten Feuerwehren und lokalen Unternehmen, deren Chefs oft selbst aktive Feuerwehrmitglieder sind. Beispielsweise wurde ein Turmdrehkran für zwei Jahre kostenfrei zur Verfügung gestellt, und das Fachwissen eines Geschäftsführers einer Haustechnikfirma wurde unentgeltlich eingebracht. Was den Zusammenhalt der Ortsgemeinschaft betrifft, hier ein Beispiel: Die Dorfbewohner von Trandorf bekochten die fleißigen Feuerwehrmitglieder während der Bauarbeiten. OBI Rambausek führt näher aus: „An fast jedem Arbeitswochenende erhielten wir warme Mahlzeiten geliefert. Manchmal waren bis zu 30 Leute auf der Baustelle und alle wurden hervorragend versorgt. Das war einfach unglaublich!“

Erdgeschoss

Abschnittsfeuerwehrkommandant und erster Stellvertreter BR Johann Weber erzählte im Gespräch mit Brandaus, dass in den knapp vier Jahren Bauzeit eine ausgezeichnete Stimmung bei den Mitgliedern herrschte. „Wir haben die Einteilung der Bautätigkeiten über sechs WhatsApp Gruppen gesteuert. Es gab keinerlei Engpässe oder Stehzeiten. Alle Mitglieder waren mit Feuereifer bei der Sache. Eine bessere Kameradschaft kann man sich nicht wünschen“, freut sich BR Weber. Doch nun zum Feuerwehrhaus selbst: Im Erdgeschoss befindet sich die Einsatzzentrale, die mit mehreren Arbeitsplätzen ausgestattet ist und im Katastrophenfall als örtliche Einsatzleitung dient. Daneben lädt eine Kaffeeküche mit rund 20 Sitzplätzen und einem einladenden Barbereich zum Verweilen ein. Für die praktische Seite des Feuerwehralltags sind getrennte Toilettenanlagen und Duschen vorhanden. Eine spezielle Umkleide mit einer Schmutzschleuse, ausgestattet mit einer Stiefelwaschanlage und einer Industriewaschmaschine, sorgt für Ordnung und Hygiene. Ebenfalls im Erdgeschoss angesiedelt ist die Atemschutzwerkstatt, essenziell für die Sicherheit der Einsatzkräfte. Die Fahrzeughalle bietet Platz für vier bis fünf Fahrzeuge. Erwähnen muss man, dass bei der Feuerwehr Trandorf ein Waldbrandcontainer des Sonderdienstes Waldbrand sowie ein Atemluftfahrzeug stationiert sind. 

Obergeschoss im Feuerwehrhaus

Das Dachgeschoss des Hauses dient hauptsächlich der Mannschaft und beherbergt einen großzügigen Aufenthaltsbereich. Des Weiteren gibt es ein Kommandozimmer, das strategische Planungen und Besprechungen ermöglicht. Ein Archiv und ein Bekleidungslager halten alle notwendigen Materialien und Ausrüstungen bereit. Eine separate Toilettenanlage sorgt auch hier für Komfort. Der Schulungsraum, ausgestattet mit einem Beamer und etwa 40 Sitzplätzen, bietet ideale Bedingungen für Fortbildungen und Besprechungen. Überdies bietet eine Galerie bei der Fahrzeughalle zusätzliche Abstellfläche. Im Kellerbereich des Gebäudes findet sich ein großer Abstellraum, der zusätzlichen Stauraum für Ausrüstung und Materialien bietet. Ein weiterer Aufenthaltsbereich mit einem Tor rundet die umfassenden Einrichtungen des Feuerwehrhauses ab. Ebenfalls im Kellerbereich untergebracht sind ein Notstromaggregat sowie ein 1.000 Liter Dieseltank, um im Falle eines Stromausfalles als Lichtinsel fungieren zu können. Neben der unglaublichen Arbeitsleistung von 28.600 Stunden hat die Freiwillige Feuerwehr Trandorf zusätzlich 235.000 Euro an Barmittel für den Bau eingebracht. Das Ergebnis kann sich definitiv mehr als sehen lassen.

Feuerlöscherüberprüfung in Trandorf

Am 09. Mai findet von 09:00 bis 12:00 Uhr im Feuerwehrhaus Trandorf die diesjährige Feuerlöscherüberprüfung statt. Bereits ab 08:00 Uhr holt die Feuerwehr die Feuerlöscher direkt bei den Haushalten ab.

Kleiner Tipp für die Sicherheit: Feuerlöscher sollten alle 2 Jahre überprüft werden.