Chronik des Erntefestes der Freiwilligen Feuerwehr Trandorf
Um die Finanzen aufzubessern veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Trandorf ab 1971 des Öfteren kleinere Veranstaltungen verschiedenster Art wie z. B. einen Heurigen oder einen Ball. Als am 19. September 1980 erstmals ein Erntefest veranstaltet wurde, ahnte wohl niemand, dass daraus eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte entstehen würde.
Aber wie kam es überhaupt zum Erntefest:
1980 verkaufte der Trandorfer Gastwirt Johann Siebenhandl seinen VW-Bus der Musikgruppe „Ötzer Sextett“ aus Mühldorf. Im Kaufpreis war auch ein kostenloser Auftritt der Gruppe enthalten, welchen der Wirt unserer Wehr spendete. Nach längeren Beratungen beschloss unsere Wehr, ein mehrtätiges „Erntekränzchen“ im Gebäude der ehemaligen Volksschule sowie im Schulgarten zu veranstalten. Das erste Erntefest war geboren!
Das erste Fest war von einer familiären Atmosphäre geprägt. Mit musikalischer Umrahmung durch das „Ötzer Sextett“, einer Erntedankmesse und einer einfachen Festschank wurde der Grundstein für eine neue Tradition gelegt. Der große Zuspruch aus der Bevölkerung bestätigte uns und machte rasch deutlich, dass dieses Fest eine Zukunft haben würde. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Erntefest Schritt für Schritt weiter und bereits in den frühen 1980er-Jahren wurde es zu einem fixen Bestandteil des Dorflebens. Regionale Musikgruppen sorgten für Tanz und Unterhaltung, immer mehr freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützten die Feuerwehr, und die Besucherzahlen stiegen kontinuierlich. Das Fest wurde nicht nur zu einer wichtigen Einnahmequelle, sondern auch zu einem Symbol für Zusammenhalt und Gemeinschaft. Ein bedeutender Meilenstein wurde 1989 erreicht: Im Rahmen des 10. Erntefestes konnte das neu errichtete Feuerwehrhaus offiziell eingeweiht werden. Damit zeigte sich erstmals deutlich, welchen nachhaltigen Beitrag das Fest für die Entwicklung der Feuerwehr leistete. Die Einnahmen der vergangenen Jahre hatten wesentlich zur Finanzierung beigetragen.
In den 1990er-Jahren wuchs das Erntefest über die Ortsgrenzen hinaus. Ein großes Festzelt sorgte nun für wetterunabhängigen Festbetrieb, professionelle Bühnentechnik hielt Einzug, und namhafte Musikgruppen begeisterten das Publikum. Besonders in Erinnerung geblieben sind Auftritte von Bands wie dem Nockalm Quintett oder dem Dolomiten Sextett. Das Festzelt war regelmäßig bis auf den letzten Platz gefüllt, und das Erntefest entwickelte sich zu einem der größten Feuerwehrfeste der Region. Mit dem 25-jährigen Jubiläum im Jahr 2004 wurde ein weiterer Höhepunkt erreicht. Eine eigene Festschrift dokumentierte die Entwicklung von 1980 bis 2004. Aus einem kleinen Dorffest war längst ein überregional bekanntes Ereignis geworden.
In den darauffolgenden Jahren wurde das Konzept weiter modernisiert. Zusätzliche Bars, ein eigener Disco-Bereich für jüngere Gäste erweiterten das Angebot. Das Festprogramm gliederte sich nun meist in einen stimmungsvollen Partyabend am Freitag, einen großen Musikabend am Samstag und einen traditionellen Sonntag mit Feldmesse und Frühschoppen. Diese Kombination aus moderner Unterhaltung und gelebter Tradition prägt das Erntefest bis heute. In den 2010er-Jahren traten zahlreiche bekannte österreichische Musikgruppen auf, darunter etwa Die Seer, Die Jungen Zillertaler, EGON 7 oder Die Draufgänger. Die Besucherzahlen erreichten regelmäßig den vierstelligen Bereich, und das Erntefest war aus dem Veranstaltungskalender des Bezirks nicht mehr wegzudenken.
Nach herausfordernden Jahren der pandemiebedingten Einschränkungen 2020 und 2021 kehrte das Erntefest der Freiwillige Feuerwehr Trandorf im Jahr 2022 eindrucksvoll zurück. Mit neuem Schwung, großem Engagement und spürbarer Vorfreude wurde das traditionsreiche Fest wieder zu einem der gesellschaftlichen Höhepunkte der Region. Das 44. Erntefest stand ganz im Zeichen eines Neubeginns. Erstmals fand die Veranstaltung auf dem Festgelände des neugebauten Feuerwehrhauses statt, erneut strömten zahlreiche Besucherinnen und Besucher nach Trandorf, um gemeinsam zu feiern. Hochkarätige Musikacts wie Die Nockis, Die Draufgänger und Chris Steger sorgten für beste Stimmung. Heute ist das Erntefest ein fixer Bestandteil des regionalen Veranstaltungskalenders. Es verbindet Tradition mit Moderne, Dankbarkeit mit Lebensfreude und Ehrenamt mit Professionalität. Über Jahrzehnte hinweg ist es gelungen, die ursprüngliche Idee lebendig zu halten: Gemeinschaft zu fördern und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr langfristig zu sichern.
Was 1980 als kleines Fest im Schulgarten begann, ist heute eine feste Institution geworden. Das Erntefest der Freiwilligen Feuerwehr Trandorf ist damit weit mehr als eine Veranstaltung – es ist ein Stück lebendige Ortsgeschichte, es steht für ehrenamtliches Engagement, gelebte Dorfgemeinschaft und generationsübergreifende Zusammenarbeit.